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Mein Herr, ich mag ihren Dackel!

Es gibt Menschen ohne Hund, es gibt Menschen mit Hund und es gibt Menschen, die haben ein Leben mit einem Hund.
Die Ersteren können Hunde hassen, ihnen neutral gegenüberstehen oder sie „ganz nett“ finden. (Die Menschen, die unbedingt einen Hund haben wollen, aber nicht halten können, schmeiß ich hier einfach mal in die Kategorie „Mensch mit Hund“) Mensch mit Hund findet Hunde toll, sieht sie als Statussymbol oder Kinderersatz oder eben als „Haustier“, mit dem man sich mal ganz gerne beschäftigt, das aber nicht den Tagesablauf bestimmt. Menschen aber, die ein Leben mit einem Hund haben, richten genau das danach aus, damit der Vierbeiner unbedingt in allen Bereichen dazugehört. Im Alltag wird der Hund eingeplant wie ein weiteres Familienmitglied, der Urlaub muss hundgerecht sein, der Terminplan auch. Sogar die Freunde müssen in gewisser Art und Weise ins Schema passen, sonst läuft´s auf die Zeit schief.
Es wundert mich, dass man dafür bis heute noch keine Bezeichnung gefunden hat. Eine Art…psychische Krankheit. Philocanin oder so. Geradezu chronische Hundeliebe. Und die ist vielleicht sogar erblich!
Es gibt nichts Lustigeres, als z.B. mit meiner Mutter über Menschen zu sprechen. Ich habe es mir angewöhnt, Personen gemeinsam mit ihrem Haustier vorzustellen. Das Schöne daran ist, man muss nur selten zwei Fotos zeigen, denn ein richtiger Hundemensch präsentiert sich auf seinen Fotos auch beinahe immer mit Hund an der Seite oder im Arm.
„Mama, das ist X mit ihrem Hund Y.“ Wenn ich dann mal von „X“ spreche, kommt meist ein „Wer war das nochmal?“. Dann kommt die Antwort: „Das ist die mit Y, dem Schafspudel, Hovawartmischling, sonstwas.“ „Ahhh, stimmt!“
Man speichert den Menschen gemeinsam mit dem Hund ab und je nachdem, wie der Zweibeiner den Vierbeiner behandelt, wird der Mensch in die Kategorie „sympathisch“ oder „unsympathisch“ eingeordnet.
Aber woher kommt diese untrügliche „Philo Canin“, die Liebe zum Hund? Und warum ist sie bei manchen Menschen so ausgeprägt und bei anderen gar nicht vorhanden?
Dafür habe ich mich mal auf die Spuren der Evolution angesetzt. Wobei man hier natürlich ganz genau aufpassen muss, denn es geschahen zwei Dinge gleichzeitig: Die Evolution des Wolfes zum Hund und die zeitgleiche Domestikation, da der Mensch durch Zucht gezielt eingriff und veränderte.
Man meint, der Wolf hat den ersten Schritt gemacht und suchte als Kulturfolger die Nähe des Menschen. Vielleicht profitierte er von den Jagdaktivitäten der steinzeitlichen Menschen. Und vermutlich begannen diese dann, die ersten Wolfswelpen mit der Hand aufzuziehen.[1] Vor ca. 15.000 bis 20.000 Jahren bemerkten die Menschen, dass man diesen wilden Geschöpfen etwas beibringen konnte.[1] Ihre Sozialstrukturen sind sich für artübergreifende Lebewesen äußerst ähnlich, sodass sie einen Weg der Kommunikation fanden, ein gegenseitiges Verständnis, ein gemeinsames Rudel aus zwei verschiedenen Arten. Einzigartig.
Wolf und Hund sind sich noch immer sehr ähnlich, es wäre aber falsch, sie gleichzustellen. Hunde sind in freier Wildbahn – ohne den Menschen – nur bedingt lebensfähig. Sie haben sich so an den Menschen angepasst, dass sie ihn als Sozialpartner ansehen, der in gewisser Art und Weise immer der „Rudelchef“ ist, denn Chef ist immer der „Schlauste“, nicht der Stärkste. So übernimmt der 50-kg-Rottweiler gerne die Rolle des Beschützers, ist sich aber dennoch bewusst, dass die Entscheidungen vom Menschen getroffen werden. Erst wenn der Hund den Menschen nicht für „schlau genug“ hält, gibt es Probleme, da der Vierbeiner in der menschlichen Gesellschaft nicht dazu fähig ist, die „Chefrolle“ zufriedenstellend auszuführen. Der Hund würde sich selbst unter Druck und Stress stellen. Doch dazu ein anderes Mal mehr…
Jedenfalls, der Hund hat sich dem Menschen angepasst, anfangs sicherlich durch pures „Erfahrungslernen“, später aber auch genetisch. Die Selektion der Natur und des Menschen brachte die Hunde „voran“, die den Menschen besonders gut verstanden.
Hunde können dem Blick von Menschen folgen und deuten. Im Gegensatz zu Schimpansen wissen sie, was ein „Handzeichen“ des Menschen bedeutet. Wenn man z.B. zwei Becher aufstellt und Leckerlis nur unter dem versteckt, auf den man dann deutet, ist der Hund dazu fähig, das Deuten mit dem „richtigen Becher“ zu verbinden und geht sofort zu ihm. Der Schimpanse dagegen versucht einfach eifrig die Fifty-Fifty-Chance.
Das klappt auch bei Welpen. Und, wie ich selbst festgestellt habe, auch bei Hunden, die nie Kontakt zu Menschen hatten. Die spanischen Streuner, die in halbwilden Hunderudeln zusammengelebt hatten, bevor man sie einfing, waren sofort dazu fähig, Handzeichen richtig wahrzunehmen. (Vorausgesetzt, sie ließen sich auf den Menschen ein; es gab natürlich einige, die ihm völlig misstrauten und bei denen es weitaus länger dauerte, bis sie den Zweibeiner als Sozialpartner akzeptierten.)
Das lässt also vermuten, dass der Hund sein genetisches Erbpotential insofern verändert hat, dass er zum „Menschenversteher“ wurde. Das ist von der Forschung mittlerweile größtenteils auch so anerkannt.
Jetzt frage ich mich aber, ob so etwas nur „einseitig“ geschehen kann? Warum sollte der Hund den Menschen erblich verstehen lernen, der Mensch aber den Hund nur durch Erfahrung?
Erfahrung spielt natürlich bei beiden Seiten die größte Rolle, aber kann es nicht sein, dass Menschen auch eine gewisse, erbliche Grundlage für „Hundeverständnis“ in sich tragen? Es mag konfus-fantasievoll klingen, aber warum eigentlich nicht?
Menschen, die Hunde besonders gut verstanden taten sich mit Menschen zusammen, die ebenfalls ein besonders gutes „Hundeverständnis“ hatten und deren Kinder waren wiederrum sehr begabt, etc.
Würde das „Hundegen“ rezessiv vererbt werden, weil es manchmal Generationen überspringt, oder aber doch dominant, denn in einer Familie mit einem „Hundenarrelternteil“ ist meist auch mindestens eines der Kinder infiziert?
Was genau das „Hundegen“ bedeutet? So, wie der Hund automatisch den Fingerzeig des Menschen richtig deutet, versteht der Hundemensch einen Großteil des hündischen Verhaltens ohne es jemals „gelernt“ zu haben. Da ist einfach eine Art…Instinkt, dass er richtig handelt, ohne zu „wissen“ wie ein richtiges Handeln aussehen würde. Denn es gibt Menschen, die „können es einfach“ und welche, die bemühen sich, machen aber trotzdem die dümmsten Fehler. Kompliziert. Und vermutlich falsch. Aber hey, man hat auch mal geglaubt, die Erde sei eine Scheibe.
Warum also nicht die Möglichkeit eines „Hundegens“ beim Menschen in Betracht ziehen? Sollte man mal erforschen. Wäre sicherlich interessant.



[1] http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2009/0210/008_evolution.jsp
6.10.11 14:33
 


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