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Ich hab keine Hunde, ich hab Sardinen!

Ohje! Nach über sieben Jahren der harte Schlag: Ich hab gar keine Hunde! Ein richtiger Hund, so sagte man mir, würde sich nämlich nicht so verhalten. Was wir hier machen, das ist doch Hundequälerei! Ein richtiger Hund gehört auf seinen Hof, wo er den Menschen dann gerne auch mal begleiten darf, aber danach möchte er doch um Himmels Willen seine Ruhe haben! Was die Ottos ihren Tieren nur immer antun. Überallhin schleppen sie sie mit hin!
Gut, wir kamen uns auch schon vor wie ein Tiertransporter. Unser guter Sharan war voll mit Gepäck. Ja, fünf Leute sollten da ja rein, mit ihren Koffern (Drei davon sind Frauen, ja, wir brauchen eben etwas…mehr!). Und dann das Getier. Ebenfalls zu fünft, weil die Samtpfoten meinten, sie seien „Reisekatzen“.
Schade, dass ich kein Foto finde. Mensch-Tier-Mensch-Tier –Tier-auf-Mensch-Mensch-Tier, usw. Ja, umdrehen konnten sie sich noch. Viel mehr aber auch nicht. Sozialverträglichkeit ole! Nur Kenai hat´s natürlich mal auf die Nase bekommen, als er versuchte, Samu aus seinen Träumen wachzuküssen.
Wie die Sardinen in Konservendosen – mit genügend Pausen lief es wunderbar. Klar, wir waren der Lacher beim Mittagsessen, was da alles aus dem Wagen gepurzelt kam. Hey, wenn das VW wüsste, die würden DEN Werbespot des Jahrhunderts drehen!
Hunde sind glücklich, wenn sie bei ihrem Rudel sind. Und den ganzen Kram über Individualabstand und Stress bei zu viel Nähe kann ich nicht bestätigen. Wenn alle zu einer Familie gehören, sich als Teil des Rudels empfinden, dann gibt es keine derartigen Grenzen. Natürlich, nach zwei Tagen Autofahrt ist das Limit irgendwann erreicht und ohne die Pausen voller Sprints und Spaziergänge hätten die Nerven sicherlich früher blank gelegen. Aber es gab nicht einen Vorfall der Aggression oder andere Stresssymptome. Ganz im Gegenteil, sie schliefen fast die ganze Zeit wie Kleinkinder, absolut zufrieden, dass ihre Leute alle da sind.
Hunde wollen dort sein, wo ihre Familie ist. Es gibt nichts Schlimmeres für das Rudeltier, als das Gefühl „allein gelassen“ zu werden. In der Wildnis würde das mit großer Wahrscheinlichkeit den Tod des Tieres bedeuten. Deshalb kann man einem Hund zwar beibringen, ein paar Stunden alleine zu sein, doch das wird ihn nie begeistern.
Jedes Mal wenn wir die Tür hinter uns schließen, starren uns sechs riesige, runde Augenpaare entgeistert nach. Sie wissen schon längst was „Ihr müsst dableiben“ bedeutet und sie wissen, dass wir immer zurückkommen, weshalb sie ruhig bleiben, aber eine gesteigerte Aufmerksamkeit ist noch immer zu vermerken. Sie bellen bei Geräuschen, die sie sonst nicht aus dem Konzept bringen. Sie binden sich untereinander enger…
Hunde sind neugierig, vor allem, was ihre Familie betrifft. Es ist nur Recht und Billig, dass sie alles „mitbekommen“ müssen, was so passiert. Da sitzen sie mit vor Begeisterung leuchtenden Augen neben einem, wenn ein Paket ankommt, um zu sehen, was da wohl drin sein mag. Sie testen argwöhnisch jedes neue Mobiliar. Sie begrüßen jeden Besuch. Ein Hund ist da, wo sein Mensch ist und möchte auch mit einbezogen werden. Das alles natürlich in einem gewissen Rahmen, wo „mitschauen“ erlaubt ist und wenn man es ihm verdeutlicht, auch mal mehr. Nicht, dass der Hund dem Postpoten das Paket entreißt, oder sonstige Überschwänglichkeiten…
Manchmal mag es auch sinnvoll sein, den felligen Partner mal [i]nicht[/i] mitzunehmen. Wenn er zum Beispiel Angst vor großen Menschenansammlungen hat, dann sollte man ihn nicht dem Stress aussetzen, einen auf den Jahrmarkt zu begleiten. Oder auf einer Sylvesterparty mit Knallern hat ein empfindliches Hundegehör auch nichts zu suchen. Doch das sind Ausnahmen, die die Regel bestätigen.
Ein Wolfsrudel trennt sich ja auch mal, wenn Jagden nur mit bestimmten Familienmitgliedern ausgeführt werden oder der Babysitter die Höhle bewacht, da die Welpen noch keine langen Strecken zurücklegen können. Aber rundum zufrieden und entspannt sind sie erst, wenn alle wieder beisammen sind.
Also quetsch ich meine Fellnasen auch weiterhin ins Auto, wenn es heißt „Wir brechen auf!“. Vielleicht sind es ja gar keine Sardinen, die anderen haben nur einfach keine Hunde.



PS: Ich gehe von normal sozialisierten Familienhunden aus, die ihren Leuten voll und ganz vertrauen. Tiere, für die Streicheln bereits „Stress“ bedeutet, brauchen natürlich einen ganz anderen Umgang!
6.10.11 11:43
 


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