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Hund&Pferd Messe, 15. Oktober 2011, Dortmund

Der Wecker ging schon um 5.00 Uhr. Samu, der ansonsten immer einen vorwurfsvollen „DU VERLÄSST MICH!“-Blick aufsetzt, wenn ich das Haus ohne ihn verlasse, sah mir am Morgen eher mit einem „Hau-endlich-ab-und-lass-mich-schlafen!“-Blick nach. Kiara durfte ich wie eine Tote aus dem Zimmer tragen. Aufm Rücken in den Armen, der Kopf hing herab, die Pfoten waren ausgestreckt. Ich kam mir wie ein Hundequäler vor!
Ein Glück, dass ich einen so lieben Papa habe, der extra auch aufstand, um uns zum Bahnhof zu fahren. Da stand der Zug zum Glück schon, sodass wir schnell reinschlüpfen konnten. In Köln mussten wir umsteigen, hatten aber bald eine Stunde „Zwischenzeit“. Kiara durfte nicht mit auf die Toilette. Hab also den Dackel mit schlechtem Gewissen vor dem Automaten beim WC angebunden. Sofort ging das Geheule los. „Du hast mich ausgesetzt!!!!!“ Sie schaffte es, unten durchzukriechen und mit der Leine doch mitten im WC-Bereich zu stehen. Huppsa. Aber wie kann man einen Dackelcockerpodencoyorki[…]mischling schon so früh am Morgen am fremden Bahnhof alleine lassen?
Der Kölner Dom lag noch im Dunkeln, auf der anderen Seite des Bahnhofs ging langsam die Sonne auf. Endlich kam der Zug. Das Hundekind schlief natürlich nur auf der Jacke auf meinem Schoß. Ich schlief nicht.
Kurz vor Essen stieg eine ältere Dame zu. Das wunderbare an Hundemenschgen ist, sie haben immer etwas zu reden. Sie erzählte von ihrem Pudel, zeigte Fotos, bald wusste ich auch, dass sie einen entlaufenen Zwerghasen in ihrer Umgebung gehabt hatten, der sogar mit Wildhasen spielte und dann eine Bekannte vom Tierheim keinen Hund bekam, sogar angelogen wurde und und und. Sie wollte auch zur Hund & Pferd, vermutlich einfach, um mit Gleichgesinnten ganz viel reden zu können. Tiere tun Menschen gut. Gerade auch Älteren, denn so verlieren sie nie die Verbindung zum Leben.
In Dortmund sind das Dackelkind und ich erstmal frühstücken gegangen. Vor der dortigen Toilette saß eine Putzfrau, die Kiara schon ganz misstrauisch beäugte. Aber nochmal alleine lassen, anbinden, wollte ich sie nicht. Also eine Hunde-Rettungs-Taktik ausgeklügelt. Kleingeld rausgekramt und damit herumgespielt, langsam zur Putzfrau hin und vorsichtig angefragt, ob der Hund denn mit reindürfe. Blick gleitet zum Kleingeld, dann zu ihrem „Geldteller“, dann nickt sie. Was man für das Hundevieh nicht alles macht. Sogar der Korruption anschließen!
Danach Jana abgeholt (Verstärkung!) und ab zur Hund & Pferd. Mussten den Hundeeingang nehmen, der spanische Impfpass verwirrte zwar, aber wir kamen rein. Völlig überfüllt. Faszinierend, wie viele Menschen Hund-und-Pferd-verrückt sind. Ganze Hallen nur für´s Shopping, dann Hundeaustellungsringe und Showbühnen. Die Tiere waren alle leicht überfordert und trotteten ihren Besitzern einfach nur hinterher. Bei so vielen Hunden kann man ja gar nicht allen „Guten Tag“ sagen!
Ein absolutes Einkaufsparadies, aber durch die vielen Angebote dann SO VIEL, dass man letztendlich kaum etwas kaufte, weil man sich für nichts entscheiden konnte.
Die Hundevorführungen waren nett, wenn auch teilweise übertrieben. Die Pferdeshows gingen manchmal leicht an die Schmerzgrenze, wenn junge Reiter, die von sich selbst überzeugt sind & etwas vorführen wollen, letztendlich nur auf nervösen Pferden rumhoppeln und wild an den Zügeln reißen…
Wir haben alle Probepäckchen eingepackt, Kiara alles Mögliche probiert und Infomaterial wurde eingesammelt. Bei Mitmachaktionen durfte Kiara sogar ein wenig Agi mit Jana machen und Fressnapf zauberte ein schönes Foto. Und dann fand ich auch endlich die Packtasche für den Samuprinzen, die ich unbedingt haben wollte.
Ein sehr netter Tag, auch wenn man nach ein paar Stunden genug von dem Gedränge hat.
Auf dem Rückweg noch bei Subway futtern (und dabei Dortmund zukleckern…) und dann zur Bahn. Als der Zug kam, ging gerade die Sonne unter. Ein voll ausgenutzter Tag!
Und glücklicherweise habe ich ja für jede Situation einen passen Hund! Kiara hat sich wieder auf meinem Schoss zusammengerollt und tief und fest geschlafen. Anstrengend, ein Tag voller Eindrücke!

16.10.11 15:31


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Haben wir die Tiere dumm gemacht?

Ich stolper immer wieder über dasselbe Problem. Erst macht es mich stutzig, dann wütend. Der geprügelte Hund, der am Boden zum Herrchen zurückkriecht. Das Pferd, das aus dem Maul blutet und seinen Reiter trotzdem mit einem freudigen Wiehern begrüßt. Ist es bloßer Instinkt, sein Rudel/ sein Herde um keinen Preis zu verlieren? Wie lange wird Leiden akzeptiert, ehe sie sich wehren?
Ist es wirklich möglich, dass sich Tierarten so entwickelt haben, sie durch Menschenhand so selektiert wurden, dass sie die Fähigkeit eigenständig zu denken aufgegeben haben? Für den menschlichen Nutzen waren diese Tiere natürlich meist von Vorteil. Sie erfordern wenig Einfühlvermögen und wenig Überzeugungskraft, trotzdem würden die Vierbeiner alles für den Zweibeiner tun. Aber warum?
Warum kommt es viel zu selten vor, dass ein Tier einfach mal Paroli bietet. Sich wehrt?
Dabei muss es nicht einmal um solche Extremfälle gehen. Es reicht schon, Tiere mit „Fremden“ zu sehen. Dass sie so verinnerlichen, dass der Mensch der kluge Chef ist, dass sie „jedem Deppen“ gehorchen. Bei Pferden ist das noch um einiges mehr ausgeprägt als bei Hunden. Wenn sie fast zur Maschine werden, die Gelerntes einfach abspulen, wenn man den richtigen Knopf drückt. Und dann haben sie, hier gerade wieder Hunde, diese Angewohnheit immer „den Menschen um Rat zu fragen“, wenn sie etwas nicht sofort schaffen. Mensch Tiere, denkt doch mal selber nach!
Gerade bei der Leistungszucht sieht man aber diese Blindheit sehr gerne. Das fünfjährige Pony, das unter jedem Reiter die Lektionen perfekt abspult ist einiges mehr wert, als das, das jeden Fremden mit „Was willst DU denn?“ anguckt. Der Hund, der jedes Kommando in Sekundenschnelle umsetzt wird bei allen Wettkämpfen eher das Treppchen besteigen, als der, der selbst nochmal drüber nachdenkt und möglicherweise einen anderen Weg als sein Herrchen vorschlägt.
Auch viele Wildtiere haben einen Chef, aber der muss sich beweisen. Und wenn ein – selbst rangniedriges -Wildtier mal auf sich allein gestellt ist, handelt es wesentlich geschickter als unsere „domestizierte Karawane“.
Haben wir die Tiere unselbstständig gezüchtet? Unmündig? Gar dumm? Sie lassen sich ausnutzen – oft mit Begeisterung. Und dafür nehmen sie auch Misshandlungen nur allzu oft wehrlos hin.
Ja, ich liebe die Tiere, die durchaus auch mal selber denken. Die, die dann im Tierheim sitzen, weil sie nicht das machen, was ihre Menschen ihnen sagen. Tja, wenn ihr nicht schlau genug für sie seid! Wenn eure Entscheidungen falsch sind!
Arbeite mit einem „fast-willenlosen“ Tier und es wird immer das tun, was du ihm sagst. Arbeite mit einem willensstarken Tier und es wird dich immer und immer wieder infrage stellen. Aber wenn du von ihm anerkannt wirst, dann könnt ihr besser sein als alle anderen. Und wenn du blind bist, wird es nicht neben dir in den Abgrund springen, sondern versuchen, euch beide zu retten.
11.10.11 18:52


Dominanzgeschwafel

The survival of the fittest. Das Überleben des Stärkeren. Willkommen im Missverständnis. Fittest ist nicht strongest und demnach auch nicht der Stärkste. Es geht hier vielmehr um den am besten angepassten. Und in zweiter Linie, wenn alles Physische sich nicht mehr groß etwas nimmt, ist das der Schlauste. Soziale Intelligenz im Sinne einer Art. Des Wolfsrudels Chef ist nicht der große mit den vielen Megamuskeln, sondern der, der weiß, was seine Familie wie und wann braucht. Die Aufgabe des „Schlägertypen“ überlässt der Boss gerne dem, der dafür gut geeignet ist: Ein Wolf mit hohem Aggressionspotential, der das Rudel mit Leib und Seele verteidigt.
Demnach muss sich auch der Mensch keine Sorgen machen, dass er für seinen Hund der „Stärkere“ sein muss. Disziplin hat nichts mit Härte zu tun. Nichts wird so oft missinterpretiert wie die Rolle des „dominanten“ Chefs. Und mit dieser menschlichen Fehlvorstellung kommen die menschlichen „Hundegesetze“, die für den Hund absolut keinen Sinn machen...
Mal ein Beispiel: Der Hund darf nicht im Bett schlafen, das „gehört“ dem menschlichen Rudelchef. Guckt man sich ein Hunderudel an, so gibt es kein „Chefprivileg“ was einen Schlafplatz betrifft. „Wer nicht kommt zur rechten Zeit, der muss sehn was übrig bleibt.“ Ist Samus Lieblingsplatz vom dicken Kenai besetzt, dann muss er sich eben woanders hinlegen. Oder er quetscht sich daneben. Wenn er es geschickt anstellt, dann legt er sich so daneben, dass der „rangniedrigere Hund“ irgendwann Bammel bekommt und freiwillig geht. Aber es gibt keinen „Platzverbot“ und auch kein „Wegscheuchen“.
Was anderes ist, wenn z.B. Samu seine Ruhe haben will und jemand zu ihm kommt, der sich gerade einen Platz ausgesucht hat, um dort alleine zu schlafen. Dann darf der auch gerne verjagt werden.
Für den Menschen übertragen bedeutet das, der Hund darf gerne ins Bett, aber er kann genauso gut auch jederzeit rausgeschickt werden. Das verändert im Hundekopf den Rang um keinen Deut.
Hunde sind durchaus untereinander mal…wenig sanft. Kenai kann im Eifer des Gefechts mit seinen dreißig Kilo mal in den zehn Kilo weniger schweren Samu rammen. Beim ersten Mal passiert meist gar nichts. Manchmal nimmt er es gar als Spielaufforderung an. Es ist also durchaus erlaubt, dass der rangniedrigere Hund den Ranghöheren zum Spielen auffordert. Dieser kann sich dafür oder dagegen entscheiden. Trotzdem bleibt er der Boss.
Dagegen hört man oft, ein Hund sei schlecht erzogen, wenn er derjenige ist, der seinen Menschen zum Spiel auffordert; was schlicht und ergreifend nicht stimmt.
Dasselbe gilt auch dafür, wer das Spiel „gewinnt“. Allgemein heißt es, der „Anführer“ muss am Ende gewonnen haben. Es gibt aber eigentlich gar keinen Gewinner.
Hunde spielen verschiedene Spiele. Beim Hasenspiel läuft ein Hund weg und der andere oder auch die anderen versuchen ihn zu fangen. Beim Raufspiel knufft man sich gegenseitig, probt den Kampf ohne sich zu verletzen. Und beim Objektspiel behält am Ende der das Spielzeug, der den längeren Atem hat. Wer keine Lust mehr hat, der hört auf. Deswegen ist er nicht „niedriger gestellt“.
Sehr schön ist auch die Vorstellung, der Hund müsse hinter einem laufen, weil der Chef die Gruppe immer anführt. Betrachtet man eine Hundemutter, so sieht man die Hündin und ein Gewusel von Welpen um sie herum. Da gibt es solche, die mutig nach vorne flitzen und solche, die ängstlich hinten bleiben. Es ist völlig egal, wo sie laufen, die Mutter ist der führende Mittelpunkt. Das gilt auch bei Erwachsenen. Gerade in Wolfsrudeln wurde immer wieder beobachtet, dass das Alphapaar die Gruppe von der Mitte her lenkt und der Rest des Rudels sich um sie herum verteilt, immer darauf achtend, welche Richtung das Alphapaar einschlagen wird. Es ist also nur natürlich, dass der Hund vor und zurück läuft und sich trotzdem an seinem Halter orientiert.
Wir sind nicht beim Militär. Ein Wolfs- bzw. Hunderudel ist eine Familie. Natürlich bekommt da auch mal jemand eins drübergehauen, aber ich habe bisher in keinem funktionierenden Sozialgefüge erlebt, dass einer wirklich schwer verletzt wurde. Selbst der Schnauzgriff ist beinahe liebevoll, ein Auf-der-Schnauze-Rumkauen des Ranghöheren.
Ich werde am Wochenende, wenn auch Samu endlich ausgeschlafen hat, was meist so gegen 11.00 Uhr ist, mit einem gezielten Pfotenschlag (mir ist rätselhaft, wie er diese Bewegung schafft) ins Gesicht geweckt. Deswegen glaubt Samu nicht, er sei mein Chef.
Gerät der Hund in eine Lebenssituation, in der er das Gefühl hat, dass seine Entscheidungen besser sind als die seines Menschen, dann hat man verloren. Dann hat man einen überforderten Hund, der darum bemüht ist seine Familie zu kontrollieren, die ihn aber leider nicht versteht und dann auch noch anders handelt als er es für richtig hält.
Ein guter Anführer ist jemand, der in jeder Situation sofort weiß, was zu tun ist. Er strahlt Ruhe aus, er trifft Entscheidungen binnen Sekunden und er sorgt dafür, dass es jedem Rudelmitglied gut geht. Seine Entscheidungen werden nicht infrage gestellt.
Es tut mir also irgendwie leid sagen zu müssen, dass es keine „festen Regeln“ für den Menschen gibt, die er auswendig lernen und bei seinem Hund anwenden kann. Er kann kein Rezept benutzen, sondern muss schlicht und ergreifend charakterlich so gebaut sein, dass er als Chef anerkannt wird. Also, viel Spaß dabei, schlauer zu sein als euer Hund.
9.10.11 21:36


Mein Herr, ich mag ihren Dackel!

Es gibt Menschen ohne Hund, es gibt Menschen mit Hund und es gibt Menschen, die haben ein Leben mit einem Hund.
Die Ersteren können Hunde hassen, ihnen neutral gegenüberstehen oder sie „ganz nett“ finden. (Die Menschen, die unbedingt einen Hund haben wollen, aber nicht halten können, schmeiß ich hier einfach mal in die Kategorie „Mensch mit Hund“) Mensch mit Hund findet Hunde toll, sieht sie als Statussymbol oder Kinderersatz oder eben als „Haustier“, mit dem man sich mal ganz gerne beschäftigt, das aber nicht den Tagesablauf bestimmt. Menschen aber, die ein Leben mit einem Hund haben, richten genau das danach aus, damit der Vierbeiner unbedingt in allen Bereichen dazugehört. Im Alltag wird der Hund eingeplant wie ein weiteres Familienmitglied, der Urlaub muss hundgerecht sein, der Terminplan auch. Sogar die Freunde müssen in gewisser Art und Weise ins Schema passen, sonst läuft´s auf die Zeit schief.
Es wundert mich, dass man dafür bis heute noch keine Bezeichnung gefunden hat. Eine Art…psychische Krankheit. Philocanin oder so. Geradezu chronische Hundeliebe. Und die ist vielleicht sogar erblich!
Es gibt nichts Lustigeres, als z.B. mit meiner Mutter über Menschen zu sprechen. Ich habe es mir angewöhnt, Personen gemeinsam mit ihrem Haustier vorzustellen. Das Schöne daran ist, man muss nur selten zwei Fotos zeigen, denn ein richtiger Hundemensch präsentiert sich auf seinen Fotos auch beinahe immer mit Hund an der Seite oder im Arm.
„Mama, das ist X mit ihrem Hund Y.“ Wenn ich dann mal von „X“ spreche, kommt meist ein „Wer war das nochmal?“. Dann kommt die Antwort: „Das ist die mit Y, dem Schafspudel, Hovawartmischling, sonstwas.“ „Ahhh, stimmt!“
Man speichert den Menschen gemeinsam mit dem Hund ab und je nachdem, wie der Zweibeiner den Vierbeiner behandelt, wird der Mensch in die Kategorie „sympathisch“ oder „unsympathisch“ eingeordnet.
Aber woher kommt diese untrügliche „Philo Canin“, die Liebe zum Hund? Und warum ist sie bei manchen Menschen so ausgeprägt und bei anderen gar nicht vorhanden?
Dafür habe ich mich mal auf die Spuren der Evolution angesetzt. Wobei man hier natürlich ganz genau aufpassen muss, denn es geschahen zwei Dinge gleichzeitig: Die Evolution des Wolfes zum Hund und die zeitgleiche Domestikation, da der Mensch durch Zucht gezielt eingriff und veränderte.
Man meint, der Wolf hat den ersten Schritt gemacht und suchte als Kulturfolger die Nähe des Menschen. Vielleicht profitierte er von den Jagdaktivitäten der steinzeitlichen Menschen. Und vermutlich begannen diese dann, die ersten Wolfswelpen mit der Hand aufzuziehen.[1] Vor ca. 15.000 bis 20.000 Jahren bemerkten die Menschen, dass man diesen wilden Geschöpfen etwas beibringen konnte.[1] Ihre Sozialstrukturen sind sich für artübergreifende Lebewesen äußerst ähnlich, sodass sie einen Weg der Kommunikation fanden, ein gegenseitiges Verständnis, ein gemeinsames Rudel aus zwei verschiedenen Arten. Einzigartig.
Wolf und Hund sind sich noch immer sehr ähnlich, es wäre aber falsch, sie gleichzustellen. Hunde sind in freier Wildbahn – ohne den Menschen – nur bedingt lebensfähig. Sie haben sich so an den Menschen angepasst, dass sie ihn als Sozialpartner ansehen, der in gewisser Art und Weise immer der „Rudelchef“ ist, denn Chef ist immer der „Schlauste“, nicht der Stärkste. So übernimmt der 50-kg-Rottweiler gerne die Rolle des Beschützers, ist sich aber dennoch bewusst, dass die Entscheidungen vom Menschen getroffen werden. Erst wenn der Hund den Menschen nicht für „schlau genug“ hält, gibt es Probleme, da der Vierbeiner in der menschlichen Gesellschaft nicht dazu fähig ist, die „Chefrolle“ zufriedenstellend auszuführen. Der Hund würde sich selbst unter Druck und Stress stellen. Doch dazu ein anderes Mal mehr…
Jedenfalls, der Hund hat sich dem Menschen angepasst, anfangs sicherlich durch pures „Erfahrungslernen“, später aber auch genetisch. Die Selektion der Natur und des Menschen brachte die Hunde „voran“, die den Menschen besonders gut verstanden.
Hunde können dem Blick von Menschen folgen und deuten. Im Gegensatz zu Schimpansen wissen sie, was ein „Handzeichen“ des Menschen bedeutet. Wenn man z.B. zwei Becher aufstellt und Leckerlis nur unter dem versteckt, auf den man dann deutet, ist der Hund dazu fähig, das Deuten mit dem „richtigen Becher“ zu verbinden und geht sofort zu ihm. Der Schimpanse dagegen versucht einfach eifrig die Fifty-Fifty-Chance.
Das klappt auch bei Welpen. Und, wie ich selbst festgestellt habe, auch bei Hunden, die nie Kontakt zu Menschen hatten. Die spanischen Streuner, die in halbwilden Hunderudeln zusammengelebt hatten, bevor man sie einfing, waren sofort dazu fähig, Handzeichen richtig wahrzunehmen. (Vorausgesetzt, sie ließen sich auf den Menschen ein; es gab natürlich einige, die ihm völlig misstrauten und bei denen es weitaus länger dauerte, bis sie den Zweibeiner als Sozialpartner akzeptierten.)
Das lässt also vermuten, dass der Hund sein genetisches Erbpotential insofern verändert hat, dass er zum „Menschenversteher“ wurde. Das ist von der Forschung mittlerweile größtenteils auch so anerkannt.
Jetzt frage ich mich aber, ob so etwas nur „einseitig“ geschehen kann? Warum sollte der Hund den Menschen erblich verstehen lernen, der Mensch aber den Hund nur durch Erfahrung?
Erfahrung spielt natürlich bei beiden Seiten die größte Rolle, aber kann es nicht sein, dass Menschen auch eine gewisse, erbliche Grundlage für „Hundeverständnis“ in sich tragen? Es mag konfus-fantasievoll klingen, aber warum eigentlich nicht?
Menschen, die Hunde besonders gut verstanden taten sich mit Menschen zusammen, die ebenfalls ein besonders gutes „Hundeverständnis“ hatten und deren Kinder waren wiederrum sehr begabt, etc.
Würde das „Hundegen“ rezessiv vererbt werden, weil es manchmal Generationen überspringt, oder aber doch dominant, denn in einer Familie mit einem „Hundenarrelternteil“ ist meist auch mindestens eines der Kinder infiziert?
Was genau das „Hundegen“ bedeutet? So, wie der Hund automatisch den Fingerzeig des Menschen richtig deutet, versteht der Hundemensch einen Großteil des hündischen Verhaltens ohne es jemals „gelernt“ zu haben. Da ist einfach eine Art…Instinkt, dass er richtig handelt, ohne zu „wissen“ wie ein richtiges Handeln aussehen würde. Denn es gibt Menschen, die „können es einfach“ und welche, die bemühen sich, machen aber trotzdem die dümmsten Fehler. Kompliziert. Und vermutlich falsch. Aber hey, man hat auch mal geglaubt, die Erde sei eine Scheibe.
Warum also nicht die Möglichkeit eines „Hundegens“ beim Menschen in Betracht ziehen? Sollte man mal erforschen. Wäre sicherlich interessant.



[1] http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2009/0210/008_evolution.jsp
6.10.11 14:33


Ich hab keine Hunde, ich hab Sardinen!

Ohje! Nach über sieben Jahren der harte Schlag: Ich hab gar keine Hunde! Ein richtiger Hund, so sagte man mir, würde sich nämlich nicht so verhalten. Was wir hier machen, das ist doch Hundequälerei! Ein richtiger Hund gehört auf seinen Hof, wo er den Menschen dann gerne auch mal begleiten darf, aber danach möchte er doch um Himmels Willen seine Ruhe haben! Was die Ottos ihren Tieren nur immer antun. Überallhin schleppen sie sie mit hin!
Gut, wir kamen uns auch schon vor wie ein Tiertransporter. Unser guter Sharan war voll mit Gepäck. Ja, fünf Leute sollten da ja rein, mit ihren Koffern (Drei davon sind Frauen, ja, wir brauchen eben etwas…mehr!). Und dann das Getier. Ebenfalls zu fünft, weil die Samtpfoten meinten, sie seien „Reisekatzen“.
Schade, dass ich kein Foto finde. Mensch-Tier-Mensch-Tier –Tier-auf-Mensch-Mensch-Tier, usw. Ja, umdrehen konnten sie sich noch. Viel mehr aber auch nicht. Sozialverträglichkeit ole! Nur Kenai hat´s natürlich mal auf die Nase bekommen, als er versuchte, Samu aus seinen Träumen wachzuküssen.
Wie die Sardinen in Konservendosen – mit genügend Pausen lief es wunderbar. Klar, wir waren der Lacher beim Mittagsessen, was da alles aus dem Wagen gepurzelt kam. Hey, wenn das VW wüsste, die würden DEN Werbespot des Jahrhunderts drehen!
Hunde sind glücklich, wenn sie bei ihrem Rudel sind. Und den ganzen Kram über Individualabstand und Stress bei zu viel Nähe kann ich nicht bestätigen. Wenn alle zu einer Familie gehören, sich als Teil des Rudels empfinden, dann gibt es keine derartigen Grenzen. Natürlich, nach zwei Tagen Autofahrt ist das Limit irgendwann erreicht und ohne die Pausen voller Sprints und Spaziergänge hätten die Nerven sicherlich früher blank gelegen. Aber es gab nicht einen Vorfall der Aggression oder andere Stresssymptome. Ganz im Gegenteil, sie schliefen fast die ganze Zeit wie Kleinkinder, absolut zufrieden, dass ihre Leute alle da sind.
Hunde wollen dort sein, wo ihre Familie ist. Es gibt nichts Schlimmeres für das Rudeltier, als das Gefühl „allein gelassen“ zu werden. In der Wildnis würde das mit großer Wahrscheinlichkeit den Tod des Tieres bedeuten. Deshalb kann man einem Hund zwar beibringen, ein paar Stunden alleine zu sein, doch das wird ihn nie begeistern.
Jedes Mal wenn wir die Tür hinter uns schließen, starren uns sechs riesige, runde Augenpaare entgeistert nach. Sie wissen schon längst was „Ihr müsst dableiben“ bedeutet und sie wissen, dass wir immer zurückkommen, weshalb sie ruhig bleiben, aber eine gesteigerte Aufmerksamkeit ist noch immer zu vermerken. Sie bellen bei Geräuschen, die sie sonst nicht aus dem Konzept bringen. Sie binden sich untereinander enger…
Hunde sind neugierig, vor allem, was ihre Familie betrifft. Es ist nur Recht und Billig, dass sie alles „mitbekommen“ müssen, was so passiert. Da sitzen sie mit vor Begeisterung leuchtenden Augen neben einem, wenn ein Paket ankommt, um zu sehen, was da wohl drin sein mag. Sie testen argwöhnisch jedes neue Mobiliar. Sie begrüßen jeden Besuch. Ein Hund ist da, wo sein Mensch ist und möchte auch mit einbezogen werden. Das alles natürlich in einem gewissen Rahmen, wo „mitschauen“ erlaubt ist und wenn man es ihm verdeutlicht, auch mal mehr. Nicht, dass der Hund dem Postpoten das Paket entreißt, oder sonstige Überschwänglichkeiten…
Manchmal mag es auch sinnvoll sein, den felligen Partner mal [i]nicht[/i] mitzunehmen. Wenn er zum Beispiel Angst vor großen Menschenansammlungen hat, dann sollte man ihn nicht dem Stress aussetzen, einen auf den Jahrmarkt zu begleiten. Oder auf einer Sylvesterparty mit Knallern hat ein empfindliches Hundegehör auch nichts zu suchen. Doch das sind Ausnahmen, die die Regel bestätigen.
Ein Wolfsrudel trennt sich ja auch mal, wenn Jagden nur mit bestimmten Familienmitgliedern ausgeführt werden oder der Babysitter die Höhle bewacht, da die Welpen noch keine langen Strecken zurücklegen können. Aber rundum zufrieden und entspannt sind sie erst, wenn alle wieder beisammen sind.
Also quetsch ich meine Fellnasen auch weiterhin ins Auto, wenn es heißt „Wir brechen auf!“. Vielleicht sind es ja gar keine Sardinen, die anderen haben nur einfach keine Hunde.



PS: Ich gehe von normal sozialisierten Familienhunden aus, die ihren Leuten voll und ganz vertrauen. Tiere, für die Streicheln bereits „Stress“ bedeutet, brauchen natürlich einen ganz anderen Umgang!
6.10.11 11:43


Hundehalter sind Masochisten!

Lieber Hundehalter, sieh dich mal durch die Augen von Leuten, die Hunde nicht mögen oder sie schlicht und ergreifend nicht als Haustier haben wollen. Wie verrückt man doch auf sie wirken muss!
Wir stehen auch am Wochenende nicht erst mittags auf. Wir zittern bei strömendem Regen, Gewitter, Blitz und Weltuntergangsstimmung im Park und rufen „Feiner Hund, sollen wir noch ein bisschen Ball spielen?“ Wir saugen jeden Tag unser Haus, damit ja niemand sagen kann, bei uns sieht´s schmutzig aus wegen der Hunde. Wir kriechen auch krank noch aus dem Haus. Wir schleppen so kleine, schwarze Tütchen mit uns rum, falls der Hund sich in der Stadt erleichtern sollte. Wir kriegen ´nen krummen Rücken vom Bürsten. Wir fahren nur dorthin in den Urlaub, wo unser Hund willkommen ist. Wir sind nur so spontan wie das Kläffding an unserer Seite. Wir kommen meist nur mit Hundemenschen klar. Wir lassen uns von Verwandten und Bekannten für verrückt erklären. Wir entscheiden im Zweifelsfall immer für den Hund.
Hundehalter sind Masochisten. Wir leiden gerne!
Aber, mal so am Rande verraten: Wir sind auch die besten Genießer! Wir können uns so richtig über Sonnenschein, über einen goldenen Herbst, über einen neuen Wintermorgen freuen. Und wenn wir mal schlechte Laune haben, haben wir unseren Aufmunterer, Ablenker, Clown und Seelentröster immer gleich an unserer Seite.
5.10.11 15:21


Verdammung zur Couchpotatoe

Wolf wandert über 2400 km in vier Monaten.[1]
Ein Wolf kann auf der Suche nach Nahrung oft bis zu 60 Kilometer am Tag zurücklegen.[2]
In Amerika wurden Reviergrößen von 50 km² bis 1.800 km² gemessen.[3]
Da wir einem erst bewusst, welch großer Bewegungsdrang auch im Nachfahren des wilden Wolfes noch schlummern muss. Zusammen mit Schlafen und –worauf Kenai mit Sicherheit bestehen würde- Fressen, gehört Bewegung sicherlich zu den wichtigsten Grundbedürfnissen eines Hundes, um glücklich zu sein. Dem Menschen mag es schwer fallen, in solchen Dimensionen zu denken, doch was für den Zweibeiner ein „wunderschöner Spaziergang“ gewesen sein mag, ist für den Vierbeiner nur allzu oft „pure Langeweile“. Die Leine kurz, die Nase voll Auspuffgestank, die Pfoten kratzen über Asphalt. Ja, es geht auch besser. Hund frei, Feldwege. So kann Wuff wenigstens auf eigene Faust losziehen, um Gerüche zu erschnüffeln. Aber meist ist die Zeit trotzdem viel zu schnell rum.
Natürlich hängt das Bewegungsbedürfnis zu einem nicht zu verachtenden Teil von Rasse, Größe, Statur und Alter eines Hundes ab. Dennoch wird den meisten Tieren ein erschreckend geringes Maß an Bewegungsmöglichkeit geboten. Jeder Dackel möchte seine Kilometer am Tag ablaufen. Doch wenige Hundebesitzer schaffen es auf 5 km. 20 könnten der Durchschnitt sein. Für den Hund.
Und – ja, danke für den Hinweis, Samu (Guck nicht so!) – wir sind den zahmen Wolfsnachkommen einfach vieeeel zu langsam. Unser Spazierengehen kann für sie nur ein Schleichen sein. (Nein, natürlich nicht für Oma-13-Jahre-Neufundländer.)
Wenn wir Joggen, dann fallen sie in ihren Trott. Dieses locker-flockige Nebenhertraben, das einen rot vor Neid (-und fehlender Luft-) werden lässt. Gehen ist nicht die Fortbewegungsart des Hundes. Sie kommen schneller voran und sparen dabei zugleich viel mehr Energie, wenn sie traben. Und das halten sie sehr lange durch. Mit ihrer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 4-8 km/h ernten wir höchstens den abfälligen Blick a la „Lächerlich!“.
Es ist erschreckend, wie viele schlecht konditionierte Hunde man jedoch sieht. Die, die sich nach einer halben Stunde spazierengehen hechelnd in die Ecke werfen. Wenn Mr. Sunnyboy mit den schwarzen Punkten auf der Nase mir bereits wieder seinen Frisbee vor die Füße schmeißt, gammeln die im Schatten herum. Für einen jungen, gesunden Hund sollte eine Stunde gemäßigtes Radfahren, zwei Stunden Joggen oder vier Stunden Wandern ein Klacks sein. Und Rassetechnisch gleicht sich das meist (die krankgezüchteten armen Wesen mal außen vor gelassen) auch wieder aus. Da rennt der flippige Border die gleiche Strecke eben zweimal, weil er immer wieder vor und zurück flitzt, während Energiesparer wie Kenai lieber den gleichen Weg nur einmal entlang schlendern.
Also, liebe Herrchen und Frauchen, tut eurem Hund den Gefallen und bietet ihm mehr als immer dieselben ollen, kurzen Runden. Überwindet euren inneren Schweinehund (der übrigens im Gegensatz zum echten Hund so verdammt faul ist!) und geht raus. Geht viel raus. Überlegt euch was. Ignoriert die anderen Nicht-Hundemenschen. Die verstehen euch auch nicht, wenn ihr im Regen langsam spazieren geht. Also, Kreativität ist hier gefragt! Macht Sport. Wenn ihr zu faul seid, bringt den Hund zum Sporteln. Zehn Minuten Ballspiel bringen über 10 Sprints. Versteckt Leckerlis aufm Weg. Probiert was Neues aus. Rennt begeistert schreiend auf einen Baum zu und hebt einen Ast auf. Findet ein spektakuläres Mäuseloch. Werft euch ins Gras, streckt die Arme aus und schaut in den Himmel. Euer Hund wird euch lieben. Und ganz nebenbei tut ihr euch selbst & eurer Gesundheit einen Gefallen.




[1] http://www.wolves.de/
[2] http://www.waldwolf.de/wolf/wolf.htm
[3] http://home.arcor.de/marri/rudel.htm
4.10.11 21:56





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